Corona und Flugreisen: Proleten in der First Class

Bei Flugreisen herrscht seit Jahrzehnten ein inakzeptables Kastensystem: Hinten sitzen sie wie in der Sardinen-Büchse und vorne wird ihnen der Kaviar reingestopft. Hinten sitzen die Normalsterblichen und vorne die Normalsterblichen, die sich wegen angesammelter Milen als etwas Besseres fühlen. Portale wie der Frankfurtflyer fördern dieses Kasten-Denken auch ständig in unverantwortlicher Weise, fordern auf dazu, sich von der Masse (Kaste) der Unterpriviligierten mit seinen gesammelten Milen abzugrenzen: Ich bin besser, verdiene mehr Service & bessere Verpflegung – mein Arbeitgeber hat schliesslich dafür bezahlt, verdient habe ich mir das natürlich nicht selbst. Und dazwischen befinden sich die Müllers, Meiers & Schultzes, die ja glauben, mit dem Kauf eines Premium-Economy-Tickets ein Anrecht auf ein Upgrade in die Kaste der Privilegierten erstanden zu haben. Dabei steht Ihnen jetzt nur eine Sardinen-Büchse „DeLuxe“ zur Verfügung.

Mit dem ganzen Mile-Kasten-Gehabe wird wegen Corona bald Schluss sein – wir haben jetzt Teams & Zoom: Keiner braucht euren Arsch mehr in einer Lufthansa-First-Class oder einem 5-Sterne-Hotel in Dubai – you are out. Und die Selfies in diesem Video machen es keinen Deut besser: Ich bin (war) was Besseres

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.