Rettung gescheitert: Reiseanbieter FTI ist insolvent

Erinnert irgendwie an Hetzel

Die FTI Group ist ein deutscher Reisekonzern. Das Mutterunternehmen FTI Touristik GmbH mit Sitz in München führt weltweit rund 90 Tochtergesellschaften. Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 11.000 Mitarbeiter und ist der drittgrößte Reiseveranstalter Europas. Zu Beginn 2021 zog sich Gründer Dietmar Gunz aus der operativen Geschäftsführung zurück und übergab an Ralph Schiller. Im Juli 2023 übernahm Karl Markgraf die Position des CEO von Ralph Schiller, der als stellvertretender Vorsitzender in den Aufsichtsrat wechselte.

Im Zuge der COVID-19-Pandemie kündigte FTI im Juli 2020 an, die Kreuzfahrt-Sparte FTI Cruises aufzugeben und zum Jahresende abzuwickeln. Ursprünglich sollte der Betrieb der Berlin zum 1. November 2020 eingestellt werden. Nachdem das Schiff im September 2020 mit sofortiger Wirkung an die maltesische Investmentgesellschaft Royalton Investment für deren Dreamliner Cruises verkauft wurde, die den Umbau zu einer Luxusyacht plant, sagte das Unternehmen alle noch bis Oktober 2020 geplanten Kreuzfahrten ab.

Im Zuge einer geplanten Übernahme von FTI durch die REWE Tochter DER Touristik im Januar 2023 kam ans Licht, dass der Vorstandsvorsitzende Ralph Schiller in seiner damaligen Eigenschaft als Mitglied der Geschäftsführung von FTI Touristik neben weiteren (teils ehemaligen) Vorstandsmitgliedern (darunter auch der FTI-Gründer Dietmar Gunz) wegen Betrugs vorbestraft ist. Schiller wurde demnach trotz seiner Vorstrafe in das Amt des CEO befördert.

Im März 2023 wurde bekannt, dass FTI bereits seit 2015 von der Reisebüro-Kooperation RTK (Raiffeisen-Tours-Kooperation, eine Tochter der Raiffeisentouristik Group) mit eigentlich geheimen Informationen der Geschäftszahlen tausender Reisebüros ohne deren Wissen versorgt wurde. FTI hatte dadurch Zugriff auch auf die Zahlen, die Reisebüros mit Konkurrenz-Reiseveranstaltern gemacht hatten.

Im April 2024 übernahm ein Konsortium um den US-Finanzinvestor Certares die FTI-Gruppe. Im Rahmen der Übereinkunft erwirbt das Konsortium, dem auch die Familie Sawiris angehört, für einen symbolischen Euro 100 Prozent der Gesellschafteranteile, übernimmt aber auch Schulden in dreistelliger Millionenhöhe und gibt FTI frisches Kapital in Höhe von 125 Millionen Euro. [Wiki]

t-online berichtet hier über den Untergang des Reiseveranstalters aus München: “Der Reisekonzern FTI meldet Insolvenz an. Die FTI Touristik GmbH, Obergesellschaft des drittgrößten europäischen Reiseveranstalters FTI Group, stellte am Montag beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, teilte das Unternehmen mit. Noch nicht begonnene Reisen würden voraussichtlich ab morgigem Dienstag (4. Juni) nicht mehr oder nur teilweise durchgeführt werden können.”

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